Bücherschau des Tages

Neue Bücher in der Bücherschau des Tages

Notizen zu den Buchkritiken des Tages aus FAZ, FR, NZZ, SZ, taz, Zeit, Welt, DLF und DLF Kultur. Täglich ab 14 Uhr.
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Muskel der Erkenntnis

29.05.2021 Die FAZ lauscht gebannt den schweigsamen Bierdialogen von Jaroslav Rudis’ und Nicolas Mahlers "Nachtgestalten". Die SZ zieht die Gespräche zwischen Marguerite Duras und Jean-Luc Godard vor: Denken in action, meint sie. Die NZZ öffnet mit Mathias Enards „Jahresbankett der Totengräber“ eine wahre Wunderkammer des Erzählens. Die taz bewundert die „rauschhaft-künstliche“ Sprache, mit der Zeruya Shalev vom Schicksal zweier Liebender in der zionistischen Untergrundorganisation Leki erzählt. Die Welt saugt mit Alfred Kerrs „sensationellen“ Feuilletons die Atmosphäre Westberlins ein. Und Dlf Kultur blickt mit Leila Slimani in die Geschichte Marokkos.

Träumerisch existentialistisch

28.05.2021 Die FAZ begleitet die Transfrau Nora Eckert durch das Berlin der Achtziger. Die SZ ist dankbar für die Wiederentdeckung des Romans "Tramhalte Beethovenstraat", in dem sich die Fotografin Grete Weil an ihr Leben in Amsterdam während der deutschen Besatzung erinnert. Der Dlf staunt über die "verstörende Wucht", mit der Afonso Reis Cabra an den Mord einer Transperson im Portugal der 2000er Jahre erinnert. Dlf Kultur bewundert das innere Leuchten von Tomas Gonzalez' Kurzgeschichten aus Kolumbien. Dank Lucy Pollock verliert er die Angst vor dem Älterwerden.

Proletarische Erleuchtung

27.05.2021 Die Zeit bleibt zwiespältig bei der Lektüre von Zeruya Shalevs neuem Roman "Schicksal", der Familiengeschichte mit der Geschichte Israels verknüpft. Großes Lob gibt es für Timon Kalr Kaleytas provokative "Geschichte eines einfachen Mannes". Der Dlf taucht mit Steve Sem-Sandbergs Roman über Woyzeck tief ein in den Zusammenhang von Gewalt und Sexualität. Die FR freut sich über die Entdeckung der japanischen Autorin Yukiko Motoya. Die taz amüsiert sich mit Alltagsszenen aus der Endzeit der DDR in Patricia Holland Moritz' Roman "Kaßbergen". Die FAZ erkundet mit Michael Görings Roman "Dresden" die Zustände in der DDR zwischen 1975 und der Wende.

Von Grace Jones über Hölderlin und Cranach

26.05.2021 Die FAZ staunt mit Svetlana Alpers darüber, wie Walker Evans Amerika im Augenblick seines Verschwindens ablichtete. Außerdem wünscht sie der rasanten Rosmarie Waldrop endlich mehr Leser in Deutschland. Die FR empfiehlt Henning Lobins „Sprachkampf“ all jenen, die sich durch geschlechtergerechtes Sprechen bedroht fühlen. Die SZ schaut mit Michael Hagner dem Schwingen von Foucaults Pendel zu und lässt sich von Mia Couto durch die Kolonialgeschichte Mosambiks führen. Und der Dlf Kultur rät der Stiftung Preußischer Kulturbesitz zu ein paar Nachhilfestunden in Sachen Raubkunst bei Götz Aly.

Das Echo des Ziegenmelkers

25.05.2021 Hingerissen ist die FAZ von Annette Pehnts Kinderbuch, in dem der schüchterne Luki dank Waschbär Hieronymus über sich hinauswächst. Die FR genieß die Lakonie, mit der Naoise Dolan von Politik und Liebe in Hongkong erzählt. Mit Spannung und Entsetzen liest der DlfKultur Karin Smirnoffs Roman "Mein Bruder", der von einer Kindheit im Schatten eines prügelnden Vaters erzählt. Die NZZ begegnet in Silvia Tschuis Roman "Der Wod" der blanken Angst. Und die taz folgt Timo Dorsch zu den Drogenkriegen von Michoacán.

Emsiges Pronomenpauken

22.05.2021 Die Welt erkennt mit Thomas Chatterton Williams "Selbstporträt in Schwarz und Weiß", wieviel Fiktion in der Konstruktion von Schwarz und Weiß steckt. Die taz erfährt von Riad Sattouf, wie schwer es sei, dem "Araber von gestern" zu entkommen. Der Dlf lässt sich von einem Comic über das Nazijäger-Paar Beate und Serge Klarsfeld inspirieren. Die FAZ erlebt mit Vitali Alekseenok noch einmal die Dramatik der "Weißen Tage von Minsk". Von geradezu unheimlicher Eleganz erscheint der SZ Leila Slimanis neuer Roman "Das Land der Anderen". Und der DlfKultur erlebt in Colins Niels Polar "Nur die Tiere" ein Plot-Wunder.

Sonne, Literatur, Schönheit

21.05.2021 Ganz neue Welten eröffnen sich der FAZ im Briefwechsel von Hofmannsthal, Richard Strauss und dem Bühnenbildner Alfred Roller. Die NZZ reist mit Achim Engelberg gebannt an die Ränder Europas. Die SZ bespricht Kinder- und Jugendbücher und empfiehlt besonders Henning Wagenbreths überraschende Kürzestgeschichten. Dlf Kultur taucht mit Birgit Schönau und "Neros Müttern" ein ins Dickicht dynastischer Heiratspolitik im alten Rom. Von Daphna Joel und Luba Vikhanski lernt er: "Das Gehirn hat kein Geschlecht".

Von mutigen Aufklärern und kriminellen Aufsteigern

20.05.2021 Dlf Kultur erwärmt sich mit Yanick Lahens Roman "Sanfte Debakel" für die Komplexität Haitis. Die FAZ lässt sich von Manfred Enzenspergers Gedichten durch Kölner und Düsseldorfer Straßen und Cafés mitnehmen. Die FR feiert die Poetisierung der Welt durch Anna Baar. Die Zeit lässt sich von Lisa Krusche in die radikale Sanftheit einführen.

Zwei seelenverwandten Geistesriesinnen

19.05.2021 Die Welt lernt von Harald Haarmann, dass die Samen noch mehr Wörter für Schnee haben als die Eskimos. FAZ und SZ vertiefen sich in Hannah Arendts Biografie der Rachel Varnhagen. Die FAZ hüpft mit Alastair Bonnett und Gavin Francis von Insel zu Insel - jedenfalls gedanklich. Mit Daniel Kahneman lernt sie, Störgeräusche zu identifizieren. Dlf Kultur umkreist mit Mathias Enards Roman "Das Jahresbankett der Totengräber" Kartenspiel, Blutwurst, Mittelalter und andere existenzielle Fragen.

Ideenkarneval

18.05.2021 Nach Amy Waldmans Roman "Das ferne Feuer" macht sich die FR keine Illusionen mehr über den Krieg in Afghanistan. Der DlfKultur lässt sich von Helen Macdonalds schillernden Essays "Abendflüge" bezaubern. Scharfsinn und Frische feiert die SZ in John Greens Band "Wie hat Ihnen das Anthropozän bis jetzt gefallen?". Der Dlf erkundet deutsche Schuld mit Francis Neniks Roman "E. oder Die Insel". Die FAZ liest neue Bücher zum Antisemitismus.

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