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17.05.2021 Die FAZ feiert Stanislaw Lems große Sprach- und Gedankenkunst, der unter anderem Martin Held in der großen Hörspiel-Box ganz hervorragend Ausdruck verleihe. Die taz rühmt den walischen Autor Arthur Machen als Vater des modernen Horrors. Der DlfKultur lässt sich von Asa Wikforss das Hörensagen austreiben. Und der Dlf begibt sich beglückt mit dem Pastor und Naturkundler Gilbert White auf die Spuren von Zwergmaus und Ringdrossel.

15.05.2021 Die SZ liest mit Gewinn zwei Romane, die vor dem Hintergrund der aktuellen Ereignisse in Hongkong spielen, Naoise Dolans "Aufregende Zeiten" und Ling Mas "New York Ghost". Die taz bespricht den Briefwechsel Rahel von Varnhagens mit ihren Jugendfreundinnen und Hannah Arendts berühmte Varnhagen-Biografie in kritischer Neuausgabe.Die FR empfiehlt Ulrike Kolbs "Erinnerungen so nah" und die Welt Alexander Tismas Memoiren.

14.05.2021 Die SZ geht mit Kae Tempest auf die schmerzhafte Suche nach Identität und Mitgefühl. Von David Goodhart erfährt sie, was der Statusverlust der "Herz- und Hand-Berufe" mit dem Erfolg populistischer Kräfte zu tun hat. Die Welt blättert im bunten Leben der Billie Eilish. Die FR lernt von dem Architekturhistoriker Wolfgang Pehnt, weshalb Chicago als Paris und Moskau als Rom durchgeht. Die FAZ schaut sich mit Charlotte Van den Broeck derweil 13 tragische Bauwerke an. Dlf Kultur geht in Pascal Bressons und Sylvain Doranges Graphic Novel mit Beate und Serge Klarsfeld auf Nazijagd.

12.05.2021 Vitomil Zupan lesen, ruft die NZZ, die nicht begreift, dass der slowenische Dichter bis heute in Deutschland unbekannt ist, und empfiehlt seinen verzweifelt-abenteuerlichen Antikriegsroman "Menuett für Gitarre (zu 25 Schuss)". Die FAZ lässt sich von Anna Pavlovna Nerkagi in das nomadische Dasein der Nenzen einführen. Dlf Kultur lernt von Thomas de Padova, wie sich die Mathematik in der Renaissance neu erfand. Die Zeit versinkt in den Liebesbriefen von Albert Camus und Maria Casares.

11.05.2021 Ziemlich cool findet der DLf, wie Fatima Daas in "Die jüngste Tochter" vom Leben einer muslimischen Lesbe erzählt - und die Liebesszenen sagenhaft! Der DlfKultur mag die sympathische Ratlosigkeit, mit der Rumena Buzarovska in ihren Stories "Mein mann" auf die Geschlechterbeziehungen blickt. Hin und weg ist er auch von Jamaica Kincaids Roman über ihren Vater "Mister Potter". Und die FAZ empfiehlt nachdrücklich Rudolf Bussmann fundierten Reise-Essay "Herbst in Nordkorea", der ganz ohne Überheblichkeit auskommt.

10.05.2021 Als tolle Entdeckung feiert die taz die schwarze Dichterin und Aktivistin Wanda Coleman, die ein Faible für Charles Bukowski hatte. Voll des Lobes ist die NZZ auch für Yulia Marfutovas Debütroman "Der Himmel vor hundert Jahren". Die FR begegnet der Schlechtigkeit des Menschen in Christoph Heins "Guldenberg". Der DlfKultur liest berührt Boris Golzios Graphic Novel "Geschichte von Francine R". Nach Götz Alys bestürzendem Buch "Das Prachtboot" möchten SZ und Dlf das Objekt lieber nicht mehr im Humboldt-Forum sehen.

08.05.2021 Mit "Das Prachtboot" beweist Götz Aly mal wieder seinen erstklassigen Ruf als Zerstörer historischer Mythen - in diesem Fall den Mythos, das große Südseeboot im Humboldt Forum sei freiwillig von den Bewohnern der Insel Luf hergegeben worden -, lobt die FAZ. Die SZ lernt von Ruth Herzberg, wie man mit einem Mann unglücklich wird. Die Welt sympathisiert mit einem Panoptikum der Gescheiterten in den Erzählungen von John Wray. Die taz liest ergriffen Ahmad Danny Ramadans schwule Liebesgeschichte "Die Wäscheleinen-Schaukel".

07.05.2021 Die FR bricht mit einer Auswahl von Erzählungen Gaito Gasdanows die "kanonisierte Geschichtsstille" auf. Die SZ genießt die sanfte Weltuntergangsatmosphäre in Nicolas Mahlers und Jaroslav Rudiš' "Prager Noir" Comic "Nachtgestalten". Außerdem bespricht sie Kinder- und Jugendbücher und empfiehlt besonders "Poedu", eine Auswahl von Gedichten für und von Kindern. Dlf Kultur schlüpft mit Jan Wagners "beiläufiger Prosa" als Borkenkäfer in Büchners Botanisierungstrommel. Und die FAZ empfiehlt Biografien über Sophie Scholl und Joseph Beuys.

06.05.2021 Die FAZ lässt sich mit den Liebesgedichten von Edip Cansever, Cemal Süreya und Turgut Uyar durch das libertinäre Istanbul der fünfziger Jahre treiben. Der Dlf amüsiert sich mit Olga Flors satirisch aufgebrezeltem Polit-Dorf-Roman "Morituri". Die Zeit lernt am Beispiel von 13 tragisch misslungenen Bauwerken, was ein echtes Wagnis ist. Die FR durchlebt mit Orkun Erteners Roman "Was bisher geschah (und was niemals geschehen darf)" ein wunderbar lebenskluges Roadmovie.

05.05.2021 Dlf Kultur gibt sich betört dem Frühlingsmärchen von Ali Smith hin. Und falls Papa in nächster Zeit frühlingsbedingt ein heikles Gespräch mit dem Nachwuchs bevorsteht, wird das Aufklärungsbuch von Marc-Uwe Kling und Astrid Henn empfohlen. Die NZZ lernt von Anna Baars Debütroman "Nil", dass der Verlust der Gewissheit auch ein Gewinn sein kann. Die FR vertieft sich in Anna Brüggemanns "Trennungsroman". Und die FAZ lernt von Birgit Schönau die Patchworkfamilie Neros kennen.