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22.04.2021 Die FAZ lässt sich von Yulia Marfutova in ein russisches Dorf um 1918 führen und folgt mit Lana Bastasic einem Roadtrip zweier Freundinnen nach Bosnien. Die SZ liest mit Peter Kamber vom Glanz und Elend der Berliner Theaterdirektoren Fritz und Alfred Rotter in der Weimarer Republik. Mit Rosmarie Waldrop taucht sie ein in die Familiengeschichte der Autorin im Schatten des Nationalsozialismus. Die Zeit begleitet den Bibliothekar Hermann Stresau von 1933 bis 1939 in die innere Emigration. Von Mary Gaitskill lernt sie, was Lust ist.

21.04.2021 In der FAZ ist Peter Gauweiler nicht unempfänglich für die Ironie, dass das neue Wir-Gefühl, das Sahra Wagenknecht ausruft, von der rechten in die linke Ecke geschoben wird. Für die FR kann Martin Steinhagens Buch über den Mord an Walter Lübcke nur ein Schritt auf dem Weg zur Aufarbeitung rechter Gewalt sein. Der SZ wird ganz melancholisch zumute mit dem Gedichtband "Abschied" von Cees Nooteboom. Dlf Kultur amüsiert sich mit Hundeporträts aus dem Magnum-Archiv.

20.04.2021 Die FAZ liest bewegt Dulce Maria Cardosos Roman "Die Rückkehrer", der vom traurigen Ende einer Kolonialmacht erzählt. Leseglück in Serie beschert Sarah Raich der FR mit ihren Kurzgeschichten "Dieses makellose Blau". Die SZ lässt sich von Mary Gaitskill gern sexuelle Machtdynamiken analysieren. Der DlfKultur goutiert die "schmatzende Sprachlust", mit der Rosmarie Waldrop in ihrem Roman "Pippins Tochters Taschentuch" von Liebe und Verrat erzählt. Der Dlf empfiehlt Colin Crouchs Analysen "Postdemokratie revisited" zum Stand der Demokratie und eigenen Arbeit.

19.04.2021 Die taz verfolgt atemlos, wie die Künstlerin Xiaowen Zhu anhand eines chinesischen Seidenladens in Los Angeles die Geschichte der Einwanderung in den USA rekonstruiert. Die Abgründe der deutschen Provinz erlebt sie mit Christoph Haas' Geschichten "Eine Nacht im Juli, eine Nacht im Dezember". Der Dlf liest berührt die melancholischen Essays des Dichters Adam Zagajewski. Die NZZ feiert Alexandre Hmines Romandebüt "Milchstraße". Und die FAZ empfiehlt Hörbücher, darunter Jens Harzers skrupulöse Lesung von Paul Celans Gedichten.

17.04.2021 Viel Politisches heute: Mit Schrecken erfährt die Welt erfährt in Peter Longerichs "Antisemitismus: Eine deutsche Geschichte", in welchem Ausmaß der Antisemitismus für die deutsche Identitätsfindung eine Rolle spielte. Die taz findet in der Anthologie "Klasse und Kampf", in der Autorinnen, aber auch Autoren ihre Ausgrenzungserfahrungen thematisieren, zu viel "Struggle" und zu wenig Kampf. In der SZ liest der ehemalige Chefredakteur Hans Werner Kilz Sarah Wagenknechts Essay "Die Selbstgerechten" und befindet: Sie kann schreiben und sie hat recht

16.04.2021 Die SZ reist mit Justin Marozzi durch fünfzehn "Islamische Imperien". Dlf Kultur klärt mit Afonso Reis Cabral den brutalen Mord an einer Transsexuellen in Portugal auf und blickt mit Bernhard Kegel sachlich und differenziert auf die Klimakrise. Außerdem empfiehlt er James McBrides "wuchtiges", utopisches Epos über das Brooklyn der Sechziger. Die FR hebt einen Schatz mit den raffinierten Gedichten von Ingrid Mylo. Und die NZZ staunt über Hermann Stresaus "mikrosoziologische" Betrachtungen des Kleinbürgertums im Nationalsozialismus.

15.04.2021 Dlf Kultur empfiehlt tief beeindruckt die autobiografische Geschichte der Sklaven von Suriname, die Anton de Kom, selbst Enkel von Sklaven, 1934 verfasste - elf Jahre, bevor er als holländischer Widerstandskämpfer in einem deutschen KZ ermordet wurde. Die SZ fühlt sich von Frank Schätzing ermuntert, die Welt vor der Klimakatastrophe zu retten. Die NZZ vertieft sich in Dietrich Schottes philosophische Untersuchung des Gewaltbegriffs. Die Zeit findet Audre Lordes Essays aus den 80ern über Rassismus, Patriarchat und Klasse und Sahra Wagenknechts "Die Selbstgerechten" gleichermaßen aktuell.

14.04.2021 Die FAZ versteht Gefühle besser mit Benno Gammerls Studie über homosexuelles Leben in der alten Bundesrepublik. Die FR liest mit Gabriela Adamesteanus Roman "Das Provisorium der Liebe" nicht nur eine schöne Liebesgeschichte, sondern auch ein Soziopsychogramm des rumänischen Sozialismus. Der NZZ ist Ferdinand von Schirachs Foderungskatalog "Jeder Mensch" zu spektakelhaft. Dlf Kultur setzt die Segel mit dem Tod und zwei Mädchen-Detektiven.

13.04.2021 Die FAZ erkundet mit Urs Stäheli die Grenzen der Vernetzung und permanentem Aktivitätszwang. Ganz prächtig amüsiert sie sich auch mit den glamourösen Greisinnen in Howard Jacobsons "Rendezvous und andere Alterserscheinungen". Auf Zehenspitzen begegnen dem DlfKultur die Figuren in Eva Schmidts Erzählungen "Die Welt gegenüber". Die SZ lernt in Stefan Bollmanns "Der Atem der Welt" den Naturforscher Goethe kennen. Nicht unbedingt tief, aber auch nicht ganz falsch findet die FR Sahra Wagenknechts Streitschirift gegen die Lifestyle-Linke.

12.04.2021 Der Dlf feiert Gabriela Adamesteanus Roman "Das Provisorium der Liebe" über das Rumänien Ceausescus in den siebziger Jahren. Lob geht auch an Felix Holtermanns Wirecard-Bilanz "Geniale Betrüger". Die FAZ empfiehlt Caspar Dohmens Report zu globalen Lieferketten. Die SZ erfährt in Alec McGillis' "Ausgeliefert", wie Amazon zur sozialen Ungleichheit in den USA beiträgt. Und die FR vergnügt sich bestens mit Kate Atkinsons "Weiter Himmel".